Der Frasdorfer Trachtenverein d´Lamstoana


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"Sitt und Tracht der Alten wollen wir erhalten"
Dies ist der Leitspruch des Frasdorfer Gebirgstrachten Erhaltungsverein Lamstoana.

Vereinsgeschichte:(Auszüge aus der Festschrift zum 80jährigen Gründungsfest)
Zu Beginn des letzten Jahrhunderts zeigten sich unsere Trachten noch reich und vielfältig. Form und Farbe richtete sich schon damals nach den verschiedenen Wohngegenden und zeugte von besonderer Heimatverbundenheit. Durch zunehmende Industrialisierung und Verstädterung auf dem Lande, verfiel auch die Kleidung der Mode. Die alten, oft über Jahrhunderte gewachsenen, ländlichen Trachten gerieten mehr und mehr in Vergessenheit.

1883 setzte sich der Lehrer Josef Vogl aus Bayrischzell als einer der Ersten für die Wiederbelebung und Erhaltung der alten Trachten und des heimatlichen Brauchtums ein. Er gründete am 25. August 1883 zusammen mit anderen jungen Burschen den ersten Gebirgstrachten-Erhaltungsverein.

Das Interesse für die Trachtensache beschränkte sich nicht nur auf die ländliche Gegend - der kunst- und heimatliebende König Ludwig II zeigte Sympatie: Er erließ 1886 eine königliche Verordnung an die Regierungen und Bezirksämter, in allen Gebirgsgegenden die Gründung von Gebirgstrachten-Erhaltungsvereinen anzustreben.

So breitete sich die junge Trachtenbewegung im ganzen bayerischen Gebirgs- und Oberland aus.

1890 wurde auf Anregung von Thomas Bacher in Feilnbach der Gauverband I als erste Dachorganisation der Trachtenvereine gegründet.

Nach uns nach entstanden auch im Priental Trachtenvereine. Aschau, Sachrang und Wildenwart hatten bereits Vereine gegründet, als sich 1912 auch in Frasdorf junge Burschen entschlossen, Volkstracht und Brauchtum im Dorf zu erhalten. Die Idee dazu entstand auf der Hütte des Pirl-Bauern auf dem Lamstoa. Kurz darauf wurde auf der Hofalm die Gründungsversammlung abgehalten.

Es fanden sich folgende Gründungsmitglieder zusammen:
Simon Bauer aus Ginnerting, der von der Versammlung zum 1. Vorstand gewählt wurde, Martin Seiser, Johann Häusner, Johann Keil, Rupert und Jakob Weyerer, Thomas Hännes, Sebastion Wörndl sen., Josef Buchauer, Thomas Fischer, Georg Stoib, Johann Kunz, Lorenz Hell, Josef Zilker, Sebastian Bauer sen., Eva Riepertinger, geb. Hell, Anna Fischer, geb. Stoib, Maria Wörndl, geb. Weyerer. Besonders verdiente Mietglieder in der Anfangszeit waren auch Anna Seiser, geb. Bauer und Therese Tiefenthaler, geb Schwaiger.

Dem neuen Verein wurde der naheliegende Name "Lamstoana" gegeben. Die "Lamstoana" hatten, wie auch andere Trachtenvereine Schwierigkeiten sich durchzusetzen. Auch die Wirren des 1. Weltkrieges hemmten eine Entwicklung des Vereinslebens.

1920 wurde das erste Preisplattln beim Mayrl abgehalten. Zwei Jahre später wurde das 10 jährige Bestehen mit einer Fahnenweihe feierlich begangen.

1932 wurden die "Lamstoana" vom Gauverband I mit dem Gaufest beauftragt. Am 15/16. August fanden sich in Frasdorf 93 Trachtenvereine mit 7 Musikkapellen ein. Zugleich feierte der Verein sein 20jähriges Bestehen.

1939-1945 kam der 2. Weltkrieg. Viele Männer, die für ihre Heimat kämpften kamen nicht wieder heim. Zwischen 1940 und 45 war eine Vereinstätigkeit nicht möglich. Nach dem Krieg zählte der Verein nur noch halb soviele Mitglieder wie zuvor. Sepp Furtner von Waizenraith und der Grießstetterbauer nahmen sich nun des Vereins wieder an und brachten den jungen Burschen das Plattln bei. Die Führung des Vereins übernahm der Bäckermeister Josef Soyer.

ab 1945 kamen durch die amerikanische Besatzung neue Einflüsse ins Land und für viele junge Leute verloren heimatliche Trachten und Bräuche an Bedeutung.

1958 hatte sich der Verein wieder erholt und die alte Fahne wurde durch eine neue ersetzt.Mit einem zünftigen Heimatabend und dem Gedenken der vermißten und gefallenen Kameraden wurde dieser Tag würdig begangen.
Im gleichen Jahr fand der Wechsel zum Chiemgau-Alpenverband statt.

1962 wurde das 50jährige Gründungsfest des Trachtenvereins in Frasdorf unter der Schirmherrschaft von Ludwig Benedikt Freiherr von Cramer-Klett begangen. Der Verein zählte mittlerweile 250 Mitglieder.

1965 wurde vom 1. Vorstand Sepp Bauer und den Vorplattlern Sepp Schlosser und Sepp Hännes damit begonnen eine Kindertrachtengruppe aufzubauen.

1972 fand in Frasdorf nach 40 Jahren wieder das Gaufest statt, gleichzeitig feierte der Verein sein 60jähriges Bestehen.Die Festwochen und das Gaufest mit 40 teilnehmenden Vereinen, 12 Musikkapellen und 18 Festwägen war für ganz Frasdorf ein großes Ereignis.

Seit 1982 wird nach ihrer Renovierung und Segnung durch Pfarrer Oberbauer wieder die ursprüngliche Fahne von 1922 verwendet.

1983/84 leisteten die Trachtler das wahrscheinlich größte Stück Arbeit in der Vereinsgeschichte: Der Bau des Vereinsheimes, die Lamstoahalle.

1987 wurde das 75jährige Jubiläum in der neuen Lamstoahalle gefeiert.

 

Die Arbeit eines Trachtenvereins in der heutigen Zeit ist nicht leichter geworden. Gerade in unserer schnellebigen und aus vielen Richtungen beeinflußten Gesellschaft, ist der Erhalt von Heimat, unverfälschtem Brauchtum und Mundart wichtiger denn je geworden. Unser Ziel ist es diese wertvollen Güter unserer Vorfahren unseren Kindern und Jugendlichen näher zu bringen ohne rückständig und weltfremd zu wirken. Wenn auf diese Weise die Tradition fortgeführt wird, hat sich unsere Mühe gelohnt.

Brigitte Furtner

Die neue Vereinsfahne des GTEV d´Lamstoana


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